Definition, Bedeutung und der Unterschied zu Überschuss- und Volleinspeisung – in verständlichem Deutsch.
Nulleinspeisung – auch „0 % Einspeisung", „Nulleinspeisung" oder „Überschussvermeidung" genannt – bezeichnet den Betrieb einer Photovoltaik-Anlage, bei dem kein überschüssiger Solarstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Die Anlage erzeugt also nur so viel Strom, wie im Gebäude gerade verbraucht oder in einem Speicher aufgenommen werden kann. Sobald mehr Leistung zur Verfügung stünde, regelt eine Steuerung die Erzeugung herunter, damit am Netzanschlusspunkt rechnerisch null Kilowatt ins Netz fließen.
Wichtig: Eine Anlage mit Nulleinspeisung bleibt mit dem öffentlichen Netz verbunden. Sie bezieht weiterhin Strom aus dem Netz, wenn die Sonne nicht ausreicht. Nur die Richtung „vom Haus ins Netz" wird unterbunden.
PV-Anlagen lassen sich nach dem Umgang mit dem erzeugten Strom in drei Betriebsarten einteilen:
| Betriebsart | Was passiert mit dem Strom | Ins Netz |
|---|---|---|
| Volleinspeisung | Der gesamte Ertrag wird verkauft, der Haushalt bezieht separat Netzstrom. | 100 % |
| Überschusseinspeisung | Eigenverbrauch zuerst, nur der ungenutzte Rest geht ins Netz. Heutiger Standard. | Restüberschuss |
| Nulleinspeisung | Eigenverbrauch und Speicher zuerst, Überschuss wird abgeregelt – nichts geht ins Netz. | 0 % |
Der entscheidende Unterschied zur Überschusseinspeisung: Bei dieser bekommt man für den Rest noch eine (kleine) Vergütung. Bei der Nulleinspeisung verzichtet man darauf bewusst und nimmt in Kauf, dass nicht nutzbarer Überschuss verloren geht, wenn er nicht anderweitig verbraucht wird.
Häufig werden beide Begriffe verwechselt. Eine Inselanlage (Off-Grid) ist gar nicht mit dem öffentlichen Netz verbunden und muss sich vollständig selbst versorgen – inklusive großem Speicher und Reserve für sonnenarme Tage. Eine Anlage mit Nulleinspeisung ist dagegen netzparallel: Sie nutzt das Netz weiterhin als Rückfallebene für den Bezug, gibt aber selbst nichts ab. Das ist technisch deutlich einfacher und im Eigenheim die übliche Variante.
Begrenzt die Steuerung die Erzeugung nur durch Abregeln (Drosseln des Wechselrichters), geht jede Kilowattstunde Überschuss ungenutzt verloren. Gerade an sonnigen Tagen mit wenig Verbrauch ist das viel Energie. Wirtschaftlich sinnvoll wird Nulleinspeisung erst, wenn man den Überschuss selbst verbraucht, statt ihn wegzuregeln – etwa durch Speicher, Warmwasserbereitung, Wärmepumpe oder das Laden des E-Autos. Wie das automatisch gelingt, zeigt die Seite Eigenverbrauch statt Drosseln.
Damit aus Nulleinspeisung kein verschenkter Solarstrom wird, legt ein Energiemanagementsystem Ihre Verbraucher automatisch in die Sonnenstunden. Das Soluxion HEMS steuert Speicher, Wärmepumpe und Wallbox auf Basis der Open-Source-Software evcc – lokal und ohne Cloud-Zwang.
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